Heimsieg im Championat von Münster: Gerrit Nieberg und IB Queen gewinnen Große Tour am Samstag

Sep. 5, 2026

Heimsieg im Championat von Münster: Gerrit Nieberg und IB Queen gewinnen Große Tour am Samstag

Malin Baryard-Johnsson bei Münster-Premiere auf Rang zwei / Paula de Boer-Schwarz wird Dritte / Positives Zwischenfazit von Hendrik Snoek

MÜNSTER. Heimsieg im Championat von Münster: Gerrit Nieberg und IB Queen haben am Samstag den Preis der Auto Nagel Gruppe und damit die wichtigste Springprüfung des Tages beim Al Shira’aa Turnier der Sieger gewonnen. Im Stechen der Wertungsprüfung für das FEI Longines Ranking setzte sich der Münsterländer mit der elfjährigen IB Queen in fehlerfreien 46,52 Sekunden durch. Rang zwei ging bei ihrer Premiere auf dem Schlossplatz an die Schwedin Malin Baryard-Johnsson mit Hennessy, Paula de Boer-Schwarz und My Miss Marpel OLD belegten Platz drei.

Für Nieberg hatte der Sieg vor dem Fürstbischöflichen Schloss eine besondere Bedeutung. „Hier vor heimischer Kulisse und vor diesem Publikum zu gewinnen, ist natürlich etwas ganz Besonderes“, freute sich der 33-Jährige. Im Stechen setzte er mit IB Queen auf eine schnelle, zugleich aber kontrollierte Runde. „Mein Plan war, fehlerfrei und schnell genug im Stechen zu reiten, und der Plan ging auf.“

Als eines von nur zwei Paaren blieb Nieberg auch in der Entscheidung ohne Fehler. Malin Baryard-Johnsson und die 13-jährige Hennessy folgten in 50,15 Sekunden auf Rang zwei. Für die schwedische Mannschaftsolympiasiegerin und -weltmeisterin war es der erste Start überhaupt beim Turnier der Sieger.

„Es ist tatsächlich mein erstes Mal hier in Münster, was beinahe verrückt ist, weil ich schon so oft in Deutschland geritten bin und auch schon seit Jahren nur Gutes über das Turnier der Sieger höre“, erzählte Baryard-Johnsson. In diesem Jahr habe es nun endlich gepasst. Besonders angetan zeigte sie sich vom Veranstaltungsort: „Es ist eine tolle Atmosphäre hier, mit dieser Mischung aus Stadt, Natur und der Schlosskulisse.“

Die Schnellste muss sich mit Rang drei begnügen

Die mit Abstand schnellste Zeit des Stechens gelang Paula de Boer-Schwarz. Mit My Miss Marpel OLD stoppte die Uhr bereits nach 41,56 Sekunden, ein Abwurf kostete das Paar jedoch den Sieg. Damit belegte de Boer-Schwarz bei ihrer ersten Teilnahme am Turnier der Sieger Rang drei.

Die Reiterin fand anschließend vor allem Worte für ihre zwölfjährige Stute: „Mein Pferd ist etwas ganz Besonderes – wahrscheinlich die Art von Pferd, die man nur einmal im Leben hat.“ Den Fehler nahm sie vollständig auf ihre Kappe: „Wir waren heute Schnellste, aber einmal habe ich nicht genug aufgepasst. Meiner Stute würde ich sagen: ‚Entschuldige, dass ich dir den Sieg genommen habe.‘ Sie ist unglaublich, einfach ein tolles Pferd.“

Auch der Schlossplatz selbst hinterließ bei der Turnierdebütantin Eindruck. Als sie am Donnerstag erstmals die Treppen zum Turnierplatz hinaufgegangen sei und das Schloss gesehen habe, habe sie es „kaum glauben“ können. „Die Bedingungen hier sind top, ich bin sehr dankbar, hier sein zu dürfen.“

Auf den weiteren Plätzen folgte ebenfalls hochkarätige Konkurrenz. Der WM-Finalist Omar Abdul Aziz Al Marzooqi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten belegte mit BBS Mcgregor nach vier Strafpunkten in 41,63 Sekunden Rang vier. Patrick Stühlmeyer und Baloutaire PS wurden Fünfte, Marie Ligges und Ballerina NRW komplettierten die Top Sechs.

Der Große Preis ist bereits im Blick

Für Gerrit Nieberg und IB Queen soll das Championat dabei noch nicht der sportliche Schlusspunkt ihres Wochenendes gewesen sein. Bereits unmittelbar nach seinem Sieg richtete Nieberg den Blick auf den Sonntag: „Jetzt hoffe ich, dass ich heute noch nicht zu viel aus ihr herausgeholt habe, denn morgen soll sie auch mit mir im Großen Preis an den Start gehen.“

Damit zählt das Siegerpaar des Championats auch zu den Paaren, auf die es beim sportlichen Höhepunkt des Al Shira’aa Turnier der Sieger besonders zu achten gilt. Am Sonntagnachmittag steht mit dem Al Shira’aa Großen Preis von Münster die wichtigste Springprüfung des Turniers auf dem Programm.

Hendrik Snoek zieht positives Zwischenfazit

Nach drei Turniertagen zog auch Hendrik Snoek, Präsident des veranstaltenden Westfälischen Reitervereins, ein positives Zwischenfazit. „Wir erleben hier wieder tollen Sport“, betonte er. Insbesondere das Wetter am Freitag habe die Organisatoren allerdings gefordert. Vor allem der Sturm habe Sorgen bereitet. „Dass aber alles gut gegangen ist, erleichtert mich sehr.“

Zufrieden zeigte sich Snoek auch mit der internationalen Besetzung auf dem Schlossplatz. Dass beispielsweise Malin Baryard-Johnsson und Paula de Boer-Schwarz in diesem Jahr erstmals in Münster an den Start gehen, freue ihn persönlich sehr. „Wir sehen hier im Herzen von Münster wirklich tollen Reitsport.“

Am Sonntag stehen beim Al Shira’aa Turnier der Sieger schließlich die letzten Entscheidungen an. In der Dressur bildet der Grand Prix Spécial einen der Höhepunkte, im Springen richtet sich der Blick auf den Al Shira’aa Großen Preis von Münster – und damit noch einmal auf internationalen Spitzensport unmittelbar vor dem Münsteraner Schloss.

Fotos: Johanna Milse