200 Jahre Pferdezuchtgeschichte
Ramzes-Preis 2026 für das Nordrhein-Westfälische Landgestüt
MÜNSTER. Eine Institution, die seit zwei Jahrhunderten die Pferdezucht in Nordrhein-Westfalen prägt: Im Rahmen des Al Shira’aa Turnier der Sieger 2026 wurde das Nordrhein-Westfälische Landgestüt mit dem Ramzes-Preis ausgezeichnet. Die Ehrung fällt in ein besonderes Jahr – 2026 feiert das traditionsreiche Landgestüt in Warendorf sein 200-jähriges Bestehen.
Seit seiner Gründung im Jahr 1826 ist das Nordrhein-Westfälische Landgestüt eng mit der Entwicklung der Pferdezucht in der Region verbunden. Entstanden auf Wunsch der Züchterinnen und Züchter Westfalens und der Rheinprovinz, hat es sich über zwei Jahrhunderte hinweg immer wieder verändert und weiterentwickelt. Heute gehört es mit mehr als 90 Zuchthengsten und rund 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu den größten staatlichen Gestüten Europas.
Mit dem Ramzes-Preis würdigt das Turnier der Sieger dieses außergewöhnliche Wirken über Generationen hinweg. Denn auch der Namensgeber der Auszeichnung steht wie kaum ein anderer für nachhaltigen Einfluss auf die Pferdezucht: Der Hengst Ramzes hinterließ Spuren weit über seine eigene Zeit hinaus. Eine Parallele, die die diesjährige Ehrung besonders passend macht.
„200 Jahre Landgestüt sind nicht einfach 200 Jahre Geschichte. Sie stehen für 200 Jahre Verantwortung, Leidenschaft und Pferdezucht“, hieß es in der Laudatio. Dabei seien es vor allem die Menschen, die diese Geschichte geschrieben hätten und bis heute fortführten: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Züchterinnen und Züchter sowie all jene, die ihr Wissen und ihre Erfahrung über Generationen weitergegeben haben.
Heute ist das Landgestüt weit mehr als ein historischer Ort. Mit seinen Hengsten, seinem umfassenden Servicenetz und dem über Generationen gewachsenen Fachwissen arbeitet es jeden Tag ganz konkret an der Zukunft der Pferdezucht.
Die Verleihung auf dem Schlossplatz brachte zugleich zwei große Traditionen des westfälischen Pferdelandes zusammen. Während das Landgestüt seit 200 Jahren die Zucht prägt, ist das Turnier der Sieger seit 1955 fest mit Münster und seiner Reitsportgeschichte verbunden. Beide eint die enge Verbundenheit mit dem Pferd und der Anspruch, Bewährtes zu erhalten und zugleich weiterzuentwickeln.
Entsprechend richtete sich der Blick bei der Ehrung nicht allein zurück. „Ein Jubiläum ist immer auch ein Anfang“, hieß es in der Laudatio. 200 Jahre Geschichte seien ein Grund, stolz zurückzublicken – vor allem aber eine Verpflichtung, Wissen, Werte und Leidenschaft auch an die kommenden Generationen weiterzugeben.
Der Ramzes-Preis 2026 würdigt damit nicht nur eine außergewöhnliche Vergangenheit. Er steht zugleich für das, was das Nordrhein-Westfälische Landgestüt bis heute auszeichnet: „Man kann Tradition bewahren, indem man sie lebendig hält.“
Fotos: Johanna Milse
