„Wir wollen ein Turnier abliefern, das Freude macht“

Aug. 26, 2026

„Wir wollen ein Turnier abliefern, das Freude macht“

Traditionsturnier auf dem Schlossplatz bleibt seiner Linie treu

MÜNSTER. Der internationale Turniersport verändert sich. Neue Serien und Veranstaltungen entstehen, Preisgelder erreichen neue Dimensionen. Auch beim Al Shira’aa Turnier der Sieger, das vom 3. bis 6. September vor dem Fürstbischöflichen Schloss in Münster stattfindet, beobachtet man diese Entwicklung genau. Den eigenen Weg möchte der gastgebende Westfälische Reiterverein dennoch konsequent weitergehen: mit hochklassigem Sport, vollen Tribünen und einem Turnier, das von persönlicher Nähe und viel Herzblut geprägt ist.

„Natürlich sehen wir, was international passiert und welche Preisgelder mittlerweile ausgeschüttet werden. Diese Entwicklung ist aus deutscher Sicht teilweise kaum nachvollziehbar“, sagt Hendrik Snoek, Präsident des gastgebenden Westfälischen Reitervereins. Für die meisten deutschen Veranstalter seien Preisgelder dieser Größenordnung kaum zu stemmen. „Umso wichtiger finde ich, dass wir unsere regional verwurzelten Turniere mit Strahlkraft erhalten. Veranstaltungen, die vor vollen Rängen stattfinden und bei denen Menschen den Reitsport wirklich erleben können.“

Ein Turnier, zu dem die Reiter gerne kommen

Dass dieses Konzept auch im internationalen Sport funktioniert, zeigt sich für Snoek jedes Jahr aufs Neue. Das Al Shira’aa Turnier der Sieger ist ein Einladungsturnier und viele Reiter kennen Münster seit Jahren. Sie wissen um die besondere Kulisse vor dem Schloss, aber auch um die guten Bedingungen hinter den Kulissen.

„Wir möchten nicht nur guten Sport bieten, sondern ein herzlicher Gastgeber sein“, erklärt Snoek. Dazu gehören die Unterbringung der Teilnehmer im Hotel, die Verpflegung der Pfleger und ein gemütlicher Teilnehmerbereich ebenso wie die persönliche Betreuung vor Ort. „Bei uns hilft im Zweifel auch jemand beim Abladen. Das sind Kleinigkeiten, aber genau diese Dinge sprechen sich unter den Reitern herum.“

Für 250 Euro pro Pferd erhalten die eingeladenen Teilnehmer ein umfangreiches Gesamtpaket. Dass sich der Westfälische Reiterverein bewusst um diese vermeintlichen „Soft Skills“ kümmert, gehört für Snoek zum Charakter des Turniers.

Persönliche Nähe als Stärke

Gerade angesichts eines immer internationaleren Turnierkalenders will Münster damit ein eigenes Profil bewahren. Parallel zum Al Shira’aa Turnier der Sieger findet auch in diesem Jahr internationaler Spitzensport an anderen Standorten statt. Konkurrenz im Kalender gehöre inzwischen zum Alltag, sagt Snoek.

Die Antwort darauf soll in Münster nicht darin bestehen, jedes Wettrennen um immer höhere Preisgelder mitzugehen. Vielmehr will der Westfälische Reiterverein gemeinsam mit seinen Partnern das weiterentwickeln, was das Turnier seit vielen Jahren auszeichnet: Herzlichkeit, Transparenz, Wohlfühl-Atmosphäre und die Kombination von internationalem Top-Sport und regionaler Verwurzelung.

„Wir wollen etwas Tolles abliefern. Natürlich brauchen wir Spitzensport, aber am Ende geht es auch um Atmosphäre und darum, wie sich Menschen bei uns fühlen“, so Snoek. „Diese persönliche Nähe ist etwas Besonderes. Genau das wollen wir erhalten.“

 Fotos: SehrwieViel