Vorbereitungen für vier Tage Spitzensport auf dem Schlossplatz laufen auf Hochtouren
Noch knapp fünf Wochen, dann trifft sich die internationale Reitsportelite wieder vor der einzigartigen Kulisse des Fürstbischöflichen Schlosses in Münster.
MÜNSTER. Noch knapp fünf Wochen, dann trifft sich die internationale Reitsportelite wieder vor der einzigartigen Kulisse des Fürstbischöflichen Schlosses in Münster: Vom 3. bis 6. September 2026 findet das Al Shira’aa Turnier der Sieger zum 69. Mal statt. Während die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, erwarten die Sportler und Besucher einige Neuerungen.
Es dauert nur noch wenige Wochen, bis sich auf Münsters Schlossplatz wieder die erfolgreichsten deutschen Reiterinnen und Reiter die Klinke in die Hand geben. Für Hendrik Snoek, Präsident des gastgebenden Westfälischen Reitervereins, geht die Organisation nun in die entscheidende Phase.
„Die Vorbereitungen laufen sehr gut. Jetzt wird es spannend, welche Reiterinnen und Reiter letztlich nach Münster kommen“, berichtet er. „Durch die Weltmeisterschaft in Aachen spielt die Terminplanung in diesem Jahr natürlich eine besondere Rolle.“
Wie in den vergangenen Jahren wird das internationale Springen als CSI4* ausgetragen, und das erneut in enger Zusammenarbeit mit dem Titelsponsor Al Shira’aa. Die Nachfrage ist dennoch traditionell groß: Für das internationale Springen stehen 53 Startplätze zur Verfügung. Aber: Rund 100 Reiterinnen und Reiter interessieren sich in der Regel jährlich für einen Start, wie Snoek erläutert – so müsse er jedes Jahr auch hochkarätigen Athleten absagen.
Neues Prüfungsprogramm und kein Showabend
Mit dem neuen „Al Shira’aa Amateur Siegerpreis“ wird das Sportprogramm erweitert, um noch mehr talentierten Lokalhelden aus der Region eine Chance zu geben, im Schlossambiente zu reiten. Dagegen entfällt der traditionsreiche Preis des Westfalen-Wappens für dreijährige Pferde – und zwar aus Termingründen. „Das Bundeschampionat findet bereits eine Woche vorher statt. Für die jungen Pferde wäre eine weitere große Prüfung unmittelbar danach einfach zu viel“, sagt Snoek. „Weil das Westfalen-Wappen aber eine sehr renommierte Prüfung ist und wir hier die besten westfälischen Pferde sehen möchten, haben wir uns darum entschieden, die Prüfung in diesem Jahr abzusagen.“
Ebenfalls nicht mehr stattfinden wird der Showabend – und das trotz des guten Zuspruchs seitens des Publikums. „Für unsere vielen ehrenamtlichen Helfer war der zusätzliche Aufwand enorm“, sagt der Präsident des Westfälischen Reitervereins. Irgendwann muss man auch auf die Menschen schauen, die dieses Turnier überhaupt möglich machen.“ Dies sind im Fall des Al Shira’aa Turnier der Sieger hauptsächlich Ehrenamtliche – umso größer sei die Wertschätzung für deren Dienste, so Snoek.
Enge Abstimmung mit dem Land NRW
Eine besondere Herausforderung ist in diesem Jahr die Feier zum 80-jährigen Bestehen des Landes Nordrhein-Westfalen, die bereits am Wochenende vor dem Turnier auf dem Schlossplatz stattfindet. Große Teile der Infrastruktur werden dafür bereits aufgebaut und anschließend innerhalb weniger Tage für das Turnier umgestaltet.
Ein Umstand, der das Publikum erfreuen dürfte: Weil das Tribünenkonzept des Westfalentages aus zeitlichen Gründen teilweise übernommen wird, kehrt das Al Shira’aa Turnier der Sieger zurück zu einem früher bereits bewährten Konzept: Der VIP-Bereich wird wie schon vor einigen Jahren in einem zweistöckigen Zelt aufgebaut; die große überdachte Haupttribüne ermöglicht den Blick auf das Schloss.
„Wenn ich sehe, dass die Tribünen voll sind.“
Seit 1980 begleitet Hendrik Snoek das Turnier der Sieger. Was ihn jedes Jahr am meisten bewegt, ist bis heute unverändert: „Am schönsten ist der Sonntagnachmittag, wenn ich über den Platz schaue und sehe, dass die Tribünen voll sind. Dann weiß ich, dass sich die Arbeit unserer vielen Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Freunde gelohnt hat. Dieses Erlebnis den Menschen in Münster schenken zu können, ist jedes Jahr aufs Neue etwas Besonderes.“
Fotos: SehrwieViel
