Schon vor gut 170 Jahren war die Förderung der hiesigen Pferdezucht in der ersten Satzung des Westfälischen Reitervereins von 1835 e.V. deutlich formuliert. Egbert Snoek, ab 1981 Präsident und später Ehrenpräsident des Vereins, demonstrierte seine besondere Verbundenheit zur Pferdezucht in Westfalen mit der Etablierung des "Ramzes-Preis" für besondere züchterische Verdienste. Seit 1988 wird der "Ramzes-Preis" verliehen.
Die Preisträger 1988 - 2009
1988 Franz Schnitker-Pöhling, Lippstadt-Overhagen
Der erste Preisträger war Züchter der Hengste Remus I und II sowie Romulus I und II.
1989 Herbert de Baey, Lemgo-Wiembeck
Erfolgreichster Dressurpferdezüchter der Welt; mit Ahlerich, Amon und Rembrandt gehörten drei de Baey-Pferde zum deutschen Olympiasiegerteam in Seoul 1988.
1990 Wilhelm Spreen-Segelhorst, Rahden
Sein Stutenstamm, zu dem u.a. die Landbeschäler Frühlingstraum I und Frühlingstraum II, Norbert Koof's Minister, der Grand Prix-Sieger Amaretto und auch der Körungssieger Estobar NRW gehören, ist nach wie vor hochaktuell.
1991 Hans-Joachim Wehberg, Gevelsberg
Der Züchter des Siegerhengstes Federball und der Siegerstute Feuertaufe war maßgeblich an der Entwicklung von Gevelsberg als einer der wichtigsten Deckstellen des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts Warendorf beteiligt.
Dr. Gerd Lehmann, Warendorf
Der Landstallmeister des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts Warendorf von 1965 - 1995 steht für eine besonders erfolgreiche Epoche in Zucht und Sport.
1992 Privathengststation Sandhowe, Ascheberg
Die Preisverleihung erinnerte auch an den 1992 bereits verstorbenen Heinrich Sandhowe sen., der u.a. die Hengste Papayer xx, Goldberg und Grannus entdeckte.
1993 Wilhelm Lackenberg, Rinkerode
Der Preisträger ist Züchter des 1967 geborenen Paradox I Ldb, in seiner Zeit einer der erfolgreichsten deutschen Halbblüter. Dem Sohn des Papayer xx wurde im Nordrhein-Westfälischen Landgestüt Warendorf ein Denkmal gesetzt.
1994 Heinrich Johannsmann, Gütersloh-Ebbesloh
Johannsmann ist ein "Westfälischer Markenartikel". Als Züchter, Aufzüchter und Richter war der Preisträger ein Allround-Pferdemann. In verschiedenster Ausprägung blieben seine vier Söhne Westfalen und seinen Pferden ebenso passioniert wie professionell verbunden.
1995 Heinrich Prein, Holzwickede
Der Preisträger gehört zu dem exklusiven Kreis der Züchter, aus deren Stall ein Olympiasiegerpferd stammt. Hier war es der Degen-Nachkomme Durgo, vierfacher Grand Prix-Sieger unter Martin Schaudt und mit dem Baden-Württemberger u.a. auch Olympiasieger.
1996 Fritz Ligges, Ascheberg-Herbern
Posthum erhielt der so plötzlich verstorbene Olympiasieger, Bundestrainer, Hengsthalter, Züchter und Ausbilder den Ramzes-Preis. Er stand als einer der ersten für das nachwievor hochaktuelle Zucht-Sport-Konzept.
1997 Elisabeth und Kunibert Münch, Datteln
Unverwechselbar ist das Hengsthalterehepaar mit dem in Deutschland und den Niederlanden erfolgreichen Hengst Pilatus verbunden. Er ist Vater der beiden Vererber-Heroen Polydor Ldb. und Pilot Ldb.
1998 Günter Dieckmann-Großhundorf, Lippetal-Niederbauer
Ein Jahr vor der Wahl zum Ramzes-Preisträger endete die 19-jährige Amtszeit als Vorsitzender des Westfälischen Pferdestammbuches e.V. (1978 - 1997). In seiner Amtszeit entwickelte sich das Westfälische Pferdestammbuch zu einem Zuchtverband mit internationalem Format.
1999 Horst Pellengahr, Höxter
Der Preisträger ist Züchter des Warendorfer Ldb. Gracioso und dessen Vollbruder Giorgio, mit dem Lars Nieberg internationale Erfolge feierte. Geehrt wurde Horst Pellengahr auch für seine Leistungen als Kreisvorsitzender des Westfälischen Pferdestammbuches.
2000 Leo Deitert, Schöppingen
Aus dem über Generationen durchgezüchteten Stutenfamilien stammen erstklassige Sportpferde, u.a. der für Neuseeland in Athen gestartete Olympionike Diagonal
2001 Eberhard Schulte-Böcker, Geilenkirchen
Erstmals wurde einem rheinischen Züchter der Ramzes-Preis zuerkannt. Der Preisträger ist Züchter des Warendorfer Ldb. und Stempelhengstes Florestan I, der mit seinen Nachkommen weltweit NRW-Werbung macht.
2002 Norbert Borgmann, Ostbevern
Für den Züchter aus dem Münsterland stehen internationale Sportpferde wie Floriano, Floriano Deux NRW, Prominenz, Eichendorff, Mein Märchenprinz und auch Estobar NRW, der Siegerhengst von 2006.
2003 Theo Lohmann, Sendenhorst-Albersloh
Mit den Halbbrüdern Faisal und Gonfaron züchtete der Preisträger zwei gekörte Hengste, die auch S-Springen gewannen. Auf sein züchterisches Konto gehen internationale Springpferde wie Granie, Der Lohmann und Rocky Mountain sowie der für die Schweiz erfolgreiche Grand Prix-Westfale Romario.
2004 Maria Bergjohann, Dülmen
Die Mäzenin sorgte für erstklassige Nachwuchshengste im Nordrhein-Westfälischen Landgestüt Warendorf. Ihr Siegerhengst Don Bedo I und weitere Hengste der "Bedo-Serie" sind unverwechselbar.
2005 Herbert Laumann, Greven
Züchterische Basis sind u.a. die beiden Milan-Töchter Merci und Mareill, zwei Vollschwestern zu Ulrich Meyer zu Bexten's Magister. Aus dieser Familie stammen Pferde wie Red River, Fly River, Piorex, Classic Man und Pfadfinder sowie die gekörten Hengste Donnergott, Doncaster, Fagott, Concord und Filmstar.
2006 Heinrich Rohmann, Marl
Als langjähriger Sprecher der Westfälischen Privathengsthalter übernahm der Preisträger berufsständische Verantwortung. Eine Hengsthalter-Pionierleistung war seine "Erfindung" der Westf. Privathengstschauen. Er steht für Hengste wie Perseus, Gottwalt, Götz, Prominenz, und nicht zuletzt begann auch das Jahrhundertpony Dressman I in Marl seine Weltkarriere.
2007 Josef Werner, Hövelhof
Der Preisträger gehört zu der großen Gruppe der sog. "kleinen" Züchter, die max. zwei Zuchtstuten haben und 85 % der Mitglieder des Westfälischen Pferdestammbuches stellen. Sein größter züchterischer Volltreffer ist Heinrich Hermann Engemann's internationaler Sieger Aboyeur W.
2008 Heinz Dieckhoff-Holsen
Seit 1947 ist er aktiv für einen der erfolgreichsten Reitervereine Deutschlands, dem RV Gustav Rau. Als Züchter erhielt H. Dieckhoff-Holsen den Ramzes Preis aus aktuellem Anlass: er zeichnet sich verantwortlich für den Warendorfer Landbeschäler Arpeggio.
2009 Heinrich Ramsbrock, Menslage
Der Preisträger 2009 ist ein Pferdemann durch und durch und erhält den Ramzes Preis für seine besonderen nationalen und internationalen Verdienste rund um den Pferdesport. Eine Vielzahl gekörter Hengste (Körungssieger, Weltmeister, Bundeschampions...) wie Cornet Obolensky, Future, Fürst Heinrich, Dresemann u.v.a. stehen für den Erfolg von Heinrich Ramsbrock und seinem Team. Beheimatet in Menslage hat er sich die Zucht und Aufzucht von Hengsten, die Förderung junger Talente für Viereck und Parcours und Verkauf von Pferden zur Aufgabe gemacht.